Jahresbaum 2022

Buche – Fagus sylvatica

Die Buche (Fagus), botanisch korrekt Rotbuche genannt, ist eine der weitverbreitetsten
Baumarten in ganz Mitteleuropa und mit 16Prozent der Waldfläche die häufigste Laubbaumart Deutschlands. Deutschland ist ein Kerngebiet der Buche, weshalb unser Land eine große Verantwortung trägt, diese Wälder zu erhalten. Ausgedehnte Buchenwälder gibt es in Schleswig-Holstein, Mecklenburg, im Eichsfeld, in den Mittelgebirgen sowie in den unteren und mittleren Berglagen der bayerischen Alpen. Als bedeutender Waldbaum erreicht die Buche Höhen von 30 bis 35 Metern, zuweilen auch über 40 Meter. Kennzeichnend für die Buche ist eine dünne, glatte und zunächst silbergraue, unverborkte Rinde. Einzelne Buchen, die Borkenbildung zeigen, werden „Steinbuchen“ genannt. Weiße, handtellergroße Flecken auf der silbergrauen Buchenrinde werden von einem für sie harmlosen Pilz, dem Weißen Rindenpilz, hervorgerufen. Die Blätter der Buche sind eiförmig, ganzrandig und kurz
gestielt.

Wegen ihres reichen Laubfalles (circa 900 g/m 2 ) und ihrer intensiven Durchwurzelung tieferer Bodenschichten ist die Buche eine bodenverbessernde Baumart. Sie wird deshalb auch „Mutter des Waldes“ genannt. Die dreikantigen, braunglänzenden Bucheckern sitzen zu zweit in einem vierlappigen Fruchtbecher. Reichen Fruchtbehang gibt es bei der Buche alle fünf bis acht Jahre. Bucheckern enthalten im Durchschnitt 15 bis 20 Prozent Öl und sollten vor dem Genuss geröstet werden, damit eine leichte Vergiftung durch den Wirkstoff Fagin verhindert wird.

Copyright: Titelfoto A. Staab